1883       120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oldendorf          2003

Dieses Jahr besteht die Oldendorfer Feuerwehr seit 120 Jahren und auf diesen Seiten soll zunächst ein Überblick auf die ersten 100 Jahre gegeben werden. Die Fotos und die Texte sind Auszüge aus der Festschrift zum 100 jährigen Jubiläum.

Text aus dem Gründungsjahr1883:

Im Jahre 1828 wurde in Oldendorf die erste Feuerwehrspritze angeschafft. Bedient wurde dieselbe von 8 sogenannten Spritzenleuten, welche vom Ausschuß gewählt wurden. Besoldet wurden dieselben nicht, hatten aber an den Lösch-Prämien, welche die Feuerwehrversicherungsgesellschaft für das Löschen der Brände bezahlten, einen sehr lohnenden Verdienst, besonders in den letzten Jahren der vielen Brände. Zugleich stellte sich nun aber auch die große Unvollkommenheit dieser Lösch-Einrichtung heraus, und es wurden im Jahre 1882 dieselbe aufgehoben und eine freiwillige Feuerwehr errichtet. es gehören heute ca. 40 Feuerwehrmänner dazu, die Leute tragen Uniform und ist die ganze Einrichtung eine militärische. Es ist die Feuerwehr für unseren Ort von großem Nutzen.

Die Freiwillige Feuerwehr Oldendorf wurde am 16. März 1883 in der Wohnung des damaligen Gemeindevorstehers Joh. Heinbockel gegründet. Die Initiatoren dieser Gründung waren Mandatar H. Weinhardt und H. Hinrichs. Mandatar Weinhardt, ein ehemaliger aktiver Unteroffizier der Infanterie, war, bevor er nach Oldendorf kam, bereits Mitglied der Freiwilligen Turnerfeuerwehr Claustal im Harz gewesen. Er hielt daher die 1862 errichtete, aus 9 Mann bestehende Gemeinde-Pflichtfeuerwehr für völlig ungenügend und verstand es, eine große Anzahl der Einwohner zu überzeugen, dass eine freiwillige Feuerwehr besser sei.

Es muss hier erwähnt werden, dass zu dieser Zeit im Altkreis Stade (abgesehen von Stade und Buxtehude) auf dem Lande nur Bützfleth (1877) und in Horneburg (1880) zwei Freiwillige Feuerwehren bestanden. erst 6 Jahre später, 1889, wurde die Freiwillige Feuerwehr in Himmelpforten nach gutem Oldendorfer Beispiel gegründet. Andere Orte folgten danach.

Der Oldendorfer Wehr traten bei der Gründung gleich 29 Einwohner bei, zumeist Bauern und Handwerker. Die Wehr bildete einen Steigerzug und einen Spritzenzug. Außer einer kleinen Handspritze stand der jungen Wehr die alte Wagenspritze der Pflichtfeuerwehr zur Verfügung. Anfangs standen manche Einwohner der jungen Wehr misstrauisch gegenüber. Aber noch im gleichen Jahr bewährte sich die Wehr bei zwei größeren Feuern.                                                 

Foto aus dem Jahr 1892.

Am 8. Januar 1902 wurden die Satzungen nochmals geändert, und zwar auf einer Polizeiverordnung vom 16. Juli 1901. durch diese Verordnung wurde das gesamte Feuerlöschwesen neu geordnet. es bestand von jetzt an die Pflicht, dass jede Gemeinde eine Feuerwehr aufzustellen und eine Spritze anzuschaffen hatte. Um immer genügend Männer zum pumpen zu haben, wurde durch ein Ortsstatut vom 13. Februar 1902 ausdrücklich festgelegt, dass jeder männliche Einwohner im Alter von 17 bis 60 Jahren zur Leistung verpflichtet ist, mit Ausnahme der Beamten, geistlichen, Ärzten, Lehrer und körperlich und geistig gebrechlichen.

Zu diesem Zeitpunkt setzte sich die Freiwillige Feuerwehr aus 1 Hauptmann, 1 Stellvertreter, 2 Zugführern, 10 Steigern, 3 Hornisten, 2 Rohrführern und 21 Mann Spritzenbedienung. Es wurden drei Züge gebildet, die zwei Handdruckspritzen, 1 Handspritze, 1 Wassertonne, 1 Schlauchbrücke, 1 Schlauchwagen, 3 Feuerleitern, 2 Dachhaken, 6 Löschbesen mit Haken zur Verfügung hatten. 

Erstes Gerätehaus neben der Kirche             Das zweite Gerätehaus

Am 6. September 1908 wurde in Oldendorf von Hauptmann Weinhardt und dem Stader Feuerwehrführer August Steudel der Feuerwehrverband für den Kreis Stade gegründet, da in Oldendorf sozusagen die Wiege der ländlichen Freiwilligen Feuerwehren stand. 

Um die Einsatzbereitschaft der Wehr während des ersten Weltkrieges aufrecht zu erhalten, wurden laufend Ersatzmänner eingestellt, da insgesamt 32 Kameraden im Krieg waren. Diese Ersatzmänner mussten jedoch ohne Uniform ihren Dienst versehen.

Im Jahre 1925 wurde die Feuerwehr Oldendorf mobil und erhielt eine Automobilspritze von Magirus, deren Standort vom Landkreis eigentlich in Himmelpforten vorgesehen war. Dieses Fahrzeug war natürlich oft überörtlich im Einsatz. 1933 wurde auf der Gaststätte Neumann eine Alarmsirene installiert. Ein Jahr später absolvierte eben dieser Gastwirt Neumann einen Führungskursus auf der 1931 gegründeten Feuerwehrschule in Celle, da dies zur Vorschrift wurde. Anschließend wurde er zum Wehrführer bestellt.

Am 1. Januar 1934 trat das Preußische Feuerlöschgesetz in Kraft und es änderte sich vieles. Es fanden keine Wahlen mehr statt. Führungskräfte wurden ernannt und abgerufen. Exerzieren wurde nun großgeschrieben. Am 1. Januar 1939 trat das Reichsfeuerlöschgesetz in Kraft, was zur Folge hatte, das die Wehren aus dem Vereinsregister gestrichen wurden, Landes- und Kreisfeuerwehrverbände wurden aufgelöst. Am 21. Mai 1939 traf es den Verband des Landkreises Stade. 1942 kaufte die Gemeinde eine Kleinkraftspritze mit Anhänger. Im selben Jahr musste die Feuerwehr zu zwei Großbränden an einem Tag ausrücken. Am 29. April galt es einen Moorbrand und und drei brennende Gehöfte zu löschen. Es kamen viele umliegende Wehren zum Einsatz.

Am 27. Juli 1943 wurden die Oldendorfer Kameraden mit ihrer Automobilspritze nach Hamburg abberufen, um dort die Himmelpfortener abzulösen, die dort nach dem großen Luftangriff im Einsatz waren. Auf dem Rückweg nach Oldendorf verlor die Autospritze einen ihrer Vollgummireifen und fuhr auf der Felge nach Oldendorf zurück. Das endgültige Ende dieses Fahrzeugs besiegelten die Englischen Besatzer, als sie nach dem Einmarsch in Oldendorf das gut versteckte Fahrzeug fanden. Sie spannten einen Panzer davor und veranstalteten Rundfahrten....

Während des Krieges leisteten viel Männer und Frauen als Notdienstverpflichtete Dienst am Nächsten. Dank der guten Ausbildung des Wehrführers konnten sie die sich im Krieg befindlichen Kameraden gut ersetzen. Leider kehrten fünf Kameraden nicht nach Oldendorf zurück.

                                               Die Oldendorfer Kameraden beim 70jährigen Jubiläum

Ende 1945 wurde ein in Oldendorf liegengebliebenes LF 15 nach Bezahlung eines Schinken an einen englischen Wachmann von der Oldendorfer Wehr übernommen. In den folgenden Jahren normalisierte sich das Leben in der Wehr wieder und nach dem Erlaß des Niedersächsischen Feuerschutzgesetz vom 21. März 1949 wurde der Dienstbetrieb wieder voll aufgenommen. Im 70. Jahr der Feuerwehr Oldendorf wurde der Grundstein für ein neues Gerätehaus gelegt, welches an das neue Gemeindehaus angebaut wurde. 1957 konnte dann in das neue Gerätehaus auch ein neues Fahrzeug gestellt werden. Gemeindebrandmeister Hinrich Neumann konnte ein LF 8 TS auf einem Ford Fahrgestell beschaffen.

In diesem Haus war auch die Feuerwehr untergebracht 1975

Am 8. Juni 1958 wurde in Oldendorf das 50jährige Jubiläum des Kreisfeuerwehrverbands gefeiert auf dem Hinrich Neumann für seine Dienste der letzten 50 Jahre geehrt wurde. In den folgenden Jahren mussten die Oldendorfer Kameraden mehrer Moorbrände löschen, einen Großbrand, dem acht Gebäude zum Opfer fielen und auch bei zwei Sturmfluten waren die Oldendorfer im Einsatz.

1972 wurde die Samtgemeinde Oldendorf gegründet und als erster Gemeindebrandmeister wurde am 9. November 1973 Richard Elfers aus Burweg gewählt. 1973 erhielten die Oldendorfer als Stützpunktwehr Atemschutzgeräte. 1975 wurde das heutige Gerätehaus in Dienst gestellt. 1976 halfen die Oldendorfer bei der schweren Sturmflut in Drochtersen den Deich zu sichern. 1977 konnte dann ein neues Tanklöschfahrzeug in Dienst gestellt werden, welches, mit Allrad ausgerüstet, bei der Schneekatastrophe 1979 gute Dienste leistete. Aus diesem Einsatz heraus wurde für das Fahrzeug dann endlich ein Funkgerät beschafft. 1981 konnte dann auch das in die Jahre gekommene LF8 durch ein neues ersetzt werden. Im Jubiläumsjahr 1983 wurde die Wehrführung in die jungen Hände von Rolf Christian und Klaus Scharfenberg gelegt.

..  Mannschaft zu 100jährigen           Festschrift von 1983       

..wird fortgesetzt!!