Ehrenabteilung

Mit dem Erreichen des 67. Lebensjahres endet gemäß Brandschutzgesetz die aktive Dienstzeit. 

Dies bedeutet jedoch keinesfalls das Ende der Verbundenheit mit unserer Wehr, unserer Gemeinde und unseren aktiven Kameradinnen und Kameraden.

Durch den Übertritt in die Ehrenabteilung bleibt der regelmäßige Kontakt zu jenen erhalten, die vor oder gemeinsam mit uns Brände bekämpft, Menschen und Tiere gerettet sowie Hab und Gut geschützt haben – zu einer Zeit, in der Schutzausrüstung und Technik noch weit von dem Standard entfernt waren, den wir heute kennen. Von diesen Erfahrungen zu lernen und davon profitieren zu dürfen, ist ein unschätzbarer Wert.

Doch bleiben uns nicht nur wertvolle Erfahrungen erhalten, sondern auch Geschichten, Erinnerungen und gemeinsame Erlebnisse. All die Stunden der Arbeit, der Ausbildung und des Engagements haben unsere Wehr zu der leistungsfähigen Einheit gemacht, die sie heute ist.

Dafür möchten wir an dieser Stelle „Danke“ sagen:
Danke für eure jahrelange, unermüdliche Arbeit in der Einsatzabteilung.
Danke für eure Erfahrung, euren Einsatz und die ständige Weiterentwicklung der Wehr.
Und danke, dass ihr uns mit eurer Mitgliedschaft in der Ehrenabteilung weiterhin begleitet.

Unsere Geschichte
(frei nach Dorfchronik "Ein altes Dorf im Holstenland")

 

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf

Von den Anfängen bis zur Gründung

Bevor es eine Freiwillige Feuerwehr gab, sorgte bereits eine 

Pflichtwehr für den Brandschutz im Dorf. 

Eine Handdruckspritze, gelagert im alten Spritzenhaus am oberen 

Dorfteich – dem heutigen Freibad –, war das wichtigste 

Einsatzmittel. Neben dem Haus stand ein hoher Mast, an dem 

die Schläuche zum Trocknen aufgehängt wurden. 

Die Spritze war schwer zu bedienen, und mit vier Mann wurde 

sie mühsam in Gang gehalten. 

Dennoch war sie der Stolz des Dorfes, denn sie stand für 

Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe.

 

Im Zuge neuer Feuerlöschgesetze entstand 1934 auch in Oldendorf

eine Freiwillige Feuerwehr. 

Am 2. Februar 1934 wurde sie offiziell gegründet. Erster Wehrführer war Wilhelm Meyer. 30 Männer traten der Wehr bei und bildeten den Grundstock für das, was bis heute Bestand hat. Die Ausrüstung bestand anfangs aus Helmen, Koppeln und Röcken aus Pilotstoff – zweckmäßig, aber unbequem, wenn sie nass wurden. Dennoch war der Wille stark, die neue Organisation mit Leben zu füllen.

 

Kriegsjahre und Wiederaufbau

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden viele Kameraden eingezogen. Die entstandenen Lücken füllte eine Frauengruppe, die in Oldendorf tatkräftig an die Arbeit ging. Zu ihr gehörten unter anderem Marta Rixen, Luise Ohland, Ilse Kreutz, Magret Biallas, Käte Holm und Inge Sievers.
Nach Kriegsende 1945 wurde die Wehr mit jungen Männern neu aufgebaut – viele waren kaum zwanzig Jahre alt. Unter Wehrführer Hans Junge begann eine Zeit des Wiederaufbaus, geprägt von Einsatzbereitschaft und Gemeinschaft. 1948 bewährte sich die Wehr beim ersten Hochwassereinsatz an der Bekau.

In den fünfziger Jahren folgten das erste Amtsfeuerwehrfest (1952) und die Beschaffung moderner Technik. Alte Handdruckspritzen wurden durch Motorpumpen ersetzt, und 1956 erhielt Oldendorf als letzte Wehr im Kreis endlich eine eigene Kraftspritze.

 

Motorisierung und technischer Fortschritt

Mit den sechziger Jahren begann eine neue Ära. 1961 wurde das Gerätehaus erweitert, kurz darauf erhielt die Wehr ihr erstes Tanklöschfahrzeug TLF 8 im Rahmen des Zivilschutzes. Die Motorisierung brachte eine deutliche Verbesserung der Einsatzfähigkeit.
Ab 1962 rückte Oldendorf bei Sturmfluten an Elbe und Nordseeküste aus, half in Heiligenstedten und war bei zahlreichen Hochwassereinsätzen im Einsatz. 1963 folgte die Anschaffung eines Tragkraftspritzenfahrzeugs und damit die vollständige Motorisierung der Wehr.

1964 übergab Willi Bielenberg nach Erreichen der Altersgrenze das Amt an Willi Holm, der später Mitglied des Kreisfeuerwehrvorstandes wurde. In den folgenden Jahren modernisierte die Wehr ihre Ausstattung konsequent: Atemschutzgeräte, Funktechnik und Leistungsbewertungen prägten die Zeit. 1966 erhielt die Feuerwehr Oldendorf die Leistungsbewertung „Bronze“, wenige Jahre später folgte „Silber“.

 

Neue Aufgaben und gelebte Kameradschaft

Die siebziger Jahre standen im Zeichen des Wandels. Das Gerätehaus wurde erweitert, der Dachboden zu einem Schulungsraum ausgebaut. 1971 erhielt die Wehr ein neues Pulverlöschfahrzeug für den Feuerschutz des neu errichteten Gasturbinenkraftwerks auf Gemeindegebiet. 1972 kamen die ersten Atemschutzgeräte hinzu, die Mannschaftsstärke stieg auf 25 Männer.

Das 40-jährige Bestehen wurde 1974 festlich begangen. Der damalige Bürgermeister Klaus-Werner Junge ernannte die Gründer zu Ehrenmitgliedern. In den folgenden Jahren sorgten große Einsätze – wie Ölschäden, Brände und Schneeeinsätze – immer wieder für herausfordernde Aufgaben.

 

Fahnenweihe und Jugendfeuerwehr

1984 feierte die Wehr ein besonderes Jubiläum mit einer feierlichen Fahnenweihe auf dem Sportplatz. Bürgermeister und Gäste aus nah und fern ehrten die Wehr für ihre Verdienste. Vier Jahre später, am 21. November 1988, wurde die Jugendfeuerwehr Oldendorf gegründet – eine Entscheidung, die den Fortbestand der Feuerwehr bis heute sichert.

In den folgenden Jahren wurden die Fahrzeuge modernisiert: 1988 wurde das alte Tragkraftspritzenfahrzeug ausgemustert, ein LF 8 aus Ammersbek kam als Ersatz. 1991 folgte ein neues Tanklöschfahrzeug mit 2.400-Liter-Tank – ein deutlicher Fortschritt für die Einsatzkraft.

 

Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Oldendorf

 

1882-1906 Claus Ahmling           

1906-1919 Claus Sievers            

1919-1929 Wilh. Revenstorff     

1929-1934 Wilh. Meyer              

1934-1937 Wilh. Meyer              

1937-1939 Wilh. Bielenberg      

1939-1953 Hans Junge             

1953-1964 Wilh. Bielenberg     

1964-1979 Willi Holm                   

1979-1999 Richard Bielenberg    

1999-2009 Jens Rixen                 

2009-2013 Thorsten Beuck       

2013-2016 Heiko Mohr              

2016-2023 Matthias Pieper

seit 2023   Jan-Christian Ott 

 

Das ehemalige Gerätehaus mit LF8 schwer, TLF 16/24 und TSF (Foto: Kuhn Studios)

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